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Praktischer Leitfaden: So passen Sie Ihr Zuhause an, um Stürze bei älteren Menschen zu vermeiden

Praktischer Leitfaden: So passen Sie Ihr Zuhause an, um Stürze bei älteren Menschen zu vermeiden

Das Zuhause sollte der sicherste Ort für unsere älteren Angehörigen sein. Und dennoch ereignen sich hier die meisten Stürze: 66 % der häuslichen Unfälle bei älteren Menschen passieren im Badezimmer, laut Daten von Solidaridad Intergeneracional. Die gute Nachricht: Fast alle Risiken in einem Zuhause lassen sich mit einfachen Änderungen reduzieren, viele davon ohne bauliche Maßnahmen. Dieser Ratgeber führt Sie Raum für Raum durch die Wohnung, beginnend mit dem gefährlichsten.

Kurzübersicht: Wo liegt das Risiko und was zuerst tun?

Bereich Größtes Risiko Vorrangige Maßnahme
Badezimmer Nasser Boden, Ein-/Aussteigen aus der Dusche Haltegriffe + rutschfester Boden
Treppe Fehlender Halt, schlecht sichtbare Stufenkante Handläufe auf beiden Seiten
Flure und Wohnräume Lose Teppiche, Kabel Entfernen oder fixieren, Kabel verlegen
Schlafzimmer Nächtlicher Weg zur Toilette im Dunkeln Licht in Reichweite des Bettes
Küche Auf Stühle steigen, um Dinge zu erreichen Neuordnung in Griffhöhe

Beginnen Sie im Badezimmer: Hier stürzt es am häufigsten

Nasser Boden, das Ein- und Aussteigen aus der Dusche, das Aufstehen von der Toilette. Das ist die perfekte Kombination für einen Ausrutscher, weshalb sich im Badezimmer ein Großteil der häuslichen Stürze konzentriert.

  • Installieren Sie feste Haltegriffe neben der Toilette sowie in oder neben der Dusche. Gut in der Wand verankert, niemals mit Saugnäpfen.
  • Rutschfester Boden: fest angebrachte Gummimatten oder rutschfeste Streifen in der Dusche und vor dem Waschbecken.
  • Ein Duschsitz und ein Handbrausekopf ermöglichen das Waschen im Sitzen, ohne Balanceakte.
  • Falls eine Badewanne vorhanden ist, prüfen Sie, ob Sie sie durch eine bodenebene Dusche ersetzen oder einen Badewannen-Drehsitz verwenden. Das ist die Änderung, die das Risiko am stärksten senkt.
  • Eine Toilette in angenehmer Höhe (oder ein Toilettensitzerhöher) erspart die Anstrengung, sich aus einer sehr niedrigen Position aufzurichten.
  • Falls die Duschabtrennung aus Glas ist, prüfen Sie, ob es sich um Sicherheitsglas oder bruchsicheres Glas handelt (gehärtet oder laminiert). Ein Sturz gegen eine gewöhnliche Glasabtrennung kann aus einem Stolperer etwas viel Schwerwiegenderes machen.

Die Treppe: Handläufe auf beiden Seiten

  • Handläufe auf beiden Seiten, nicht nur auf einer. Stabil und von oben bis unten gut zu greifen.
  • Gute Beleuchtung am Anfang und am Ende, mit Schaltern an beiden Enden oder Sensoren, damit Sie nicht im Dunkeln hinaufgehen müssen.
  • Markieren Sie die Kante jeder Stufe mit einem kontrastfarbenen Streifen; das hilft, den Abstand richtig einzuschätzen.
  • Keine abgestellten Gegenstände auf den Stufen.

Licht: die schnellste und günstigste Maßnahme

Ein Sehvermögen, das nicht mehr das von früher ist, macht aus Halbdunkel schnell einen Stolperer.

  • Starke LED-Leuchten in Fluren und Durchgangsbereichen; keine dunklen Ecken.
  • Bewegungssensoren, vor allem auf dem nächtlichen Weg vom Bett zum Badezimmer.
  • Gut erreichbare Lichtschalter direkt beim Betreten jedes Raumes.

Böden und Teppiche: die unsichtbaren Gefahren

  • Lose Teppiche gehören zu den häufigsten Stolperursachen. Entfernen Sie sie; falls sie bleiben sollen, fixieren Sie sie mit robustem doppelseitigem Klebeband.
  • Verlegen Sie Kabel ordentlich und befestigen Sie sie an der Wand oder Fußleiste.
  • Wischen Sie nasse Böden in Küche und Bad sofort trocken.

Das Schlafzimmer und der nächtliche Weg

  • Eine kleine Lampe oder ein Schalter in Griffreichweite vom Bett aus.
  • Der Weg vom Bett zum Bad sollte frei und beleuchtet sein.
  • Das Bett sollte eine Höhe haben, die das Sitzen und Aufstehen mit fest auf dem Boden stehenden Füßen ermöglicht.

Küche und Wohnzimmer

  • Alltagsgegenstände in Griffhöhe (zwischen Hüfte und Schulter), damit man weder auf Stühle steigen noch sich bis zum Boden bücken muss.
  • Stabile Möbel zum Abstützen; Möbel mit Rollen vermeiden.
  • Entfernen Sie Möbel mit spitzen Ecken aus den üblichen Gehwegen.

Wenn Sie diese Woche nur 3 Dinge tun können

Sie müssen nicht das ganze Haus auf einmal umbauen. Fangen Sie hiermit an — das senkt das Risiko mit dem geringsten Aufwand und den geringsten Kosten:
✔ Lose Teppiche entfernen oder fixieren (kostenlos, 10 Minuten)
✔ Einen Haltegriff neben Toilette und Dusche anbringen (geringe Kosten, an einem Nachmittag erledigt)
✔ Ein Licht oder einen Sensor auf dem nächtlichen Weg zum Bad anbringen

Über das Zuhause hinaus: Was Stürze zusätzlich verhindert

Die Wohnung anzupassen ist der halbe Weg. Die andere Hälfte ist der Mensch selbst:

  • Regelmäßige Sehtests: Viele Stürze beginnen damit, dass eine Stufe nicht richtig gesehen wird.
  • Die Medikation mit dem Arzt überprüfen: Manche Medikamente (Schlafmittel, Blutdrucksenker) verursachen Schwindel oder Unsicherheit.
  • Gleichgewichts- und Krafttraining: Programme wie Tai Chi oder Physiotherapie haben nachweislich die Zahl der Stürze deutlich gesenkt. Ein Physiotherapeut oder Ergotherapeut kann sowohl die Wohnung als auch die Person beurteilen.

Die letzte Schutzschicht: für den Stoß, der sich nicht ganz vermeiden lässt

Sie können fast alle Risiken in einem Zuhause reduzieren, aber nie zu 100 % — ein einzelner Fehltritt kann immer vorkommen, besonders wenn bereits eine gewisse Unsicherheit beim Gehen besteht. Genau in diesen Momenten, die keine noch so gute Anpassung vollständig abdeckt, kommt die letzte Schutzschicht ins Spiel:

Ein leichter Kopfschutz aus textilem Material verhindert den Sturz nicht, dämpft aber den Aufprall an der empfindlichsten Stelle — und hilft dabei, sich zu Hause, auch im gerade angepassten Badezimmer, mit mehr Sicherheit zu bewegen. Es ist die einzige dieser Maßnahmen, die die Person überallhin begleitet, nicht nur dorthin, wo bereits Änderungen vorgenommen wurden.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet die Anpassung des Badezimmers? Das ist sehr unterschiedlich: Haltegriffe und rutschfeste Matten sind kostengünstig; eine bodenebene Dusche ist die teuerste Maßnahme, senkt das Risiko aber auch am stärksten. Man kann das Ganze in Etappen umsetzen.

Braucht man dafür einen Fachmann? Für gut verankerte Haltegriffe empfiehlt sich ein Installateur — ein falsch montierter Griff (oder einer mit Saugnäpfen) kann genau dann versagen, wenn er am meisten gebraucht wird. Für alles andere (Licht, Teppiche, Ordnung) ist das nicht nötig.

Wo fange ich an, wenn das Budget begrenzt ist? Zuerst mit dem, was nichts kostet: Teppiche entfernen, Kabel verlegen, die Beleuchtung verbessern. Das sind die Änderungen mit der größten Wirkung bei den geringsten Kosten.

Diese Informationen dienen zur Orientierung und ersetzen nicht die Einschätzung durch eine medizinische Fachkraft. Bei wiederholten Stürzen oder Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder Physiotherapeuten.

Die Anpassung des Zuhauses senkt das Risiko. Der Schutz deckt das ab, was das Zuhause nicht kann.

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